Es gibt Ausrüstung, die einfach nur funktioniert – und es gibt Ausrüstung, nach der du dich fragst: „Warum habe ich das nicht schon viel früher gehabt?“ Genau in diese Kategorie fällt für mich die DEEP FREEQ™ v2. Eine Freediving-Brille, die nicht nur in der Tiefe überzeugt, sondern auch beim Streckentauchen im Pool richtig aufdreht – und mir etwas geschenkt hat, das ich lange gesucht habe: echtes Hands-free-Tauchen, ohne Kompromisse.
Statt ständig mit einer klassischen Maske Luft zu verlieren, die Nase zuzuklemmen und den Flow mit kleinen Unterbrechungen zu sabotieren, kann ich mich mit dieser Brille voll auf das konzentrieren, worum es beim Freediving wirklich geht: Entspannung, Technik, Körpergefühl und diesen herrlich stillen Kopf unter Wasser. Die DEEP FREEQ™ v2 ist für große Tiefen konstruiert, verhält sich im Pool aber so unauffällig wie eine gute Schwimmbrille – nur eben mit Köpfchen.
In diesem Artikel zeige ich dir, warum ich diese Brille so feiere, wie sie im Tieftauchen und beim Streckentauchen performt und weshalb ihr self-equalizing Design nicht nur ein technisches Gimmick ist, sondern deinen Tauchgängen eine völlig neue Qualität geben kann.
Seit ich freitauche, probiere ich immer wieder neue Ausrüstung aus. Vieles ist okay, manches landet nach ein paar Sessions in der Kiste, und ein paar Teile bleiben. Die DEEP FREEQ™ v2 gehört bei mir in die Kategorie „bleibt“. Nicht, weil sie irgendein Wunderding wäre, sondern weil sie für meinen Alltag im Wasser einige ganz praktische Probleme löst – beim Tieftauchen genauso wie beim Streckentauchen im Pool.
Was ich an dieser Brille mag, ist die Kombination aus Tiefe und Pooltauglichkeit. Im Deep-Pool oder im Meer begleitet sie mich entspannt in den „blauen Tunnel“, im Becken funktioniert sie wie eine unaufgeregte, aber sehr zuverlässige Schwimmbrille. Und ganz nebenbei ermöglicht sie mir etwas, das ich mir lange gewünscht habe: Mit meiner Nasenklammer und einer Brille wirklich hands-free zu tauchen. Meine Hände bleiben dort, wo ich sie haben möchte – in der Streckung, an der Linie oder einfach locker am Körper – und nicht ständig an der Nase.
Wer mit einer klassischen Maske taucht, kennt das Spiel: Vor den Augen sitzt ein Luftvolumen, das mit in die Tiefe geht. Mit zunehmendem Druck wird dieses Volumen kleiner, die Maske drückt sich ins Gesicht, und du musst aktiv Luft in die Maske geben, um den Druck auszugleichen. Dazu kommt, dass du für den Druckausgleich an den Ohren immer wieder die Nase greifen musst. Das kostet Luft, unterbricht die Bewegung und holt dich gedanklich immer wieder aus dem Tauchgang heraus. Beim Streckentauchen stören diese kleinen Eingriffe den Flow und die Wasserlage, beim Tieftauchen können sie den feinen Rhythmus zerhacken, den du dir vorher mühsam aufgebaut hast. Die Maske fühlt sich dann weniger wie ein neutrales Hilfsmittel und mehr wie ein kleiner, dauerhafter Störfaktor an.
Self-equalizing Goggles wie die DEEP FREEQ™ v2 setzen genau hier an. Statt ein klassisches Maskenvolumen mitzunehmen, arbeitet die Brille mit einem System, das sich selbst an den Umgebungsdruck anpasst. Die DEEP FREEQ ist für Tiefen jenseits der 100 Meter konstruiert – das ist für die meisten von uns eher theoretisch, vermittelt aber das Gefühl, dass sie für ernsthaftes Tieftauchen gebaut ist und Reserven hat. Der Druckausgleich passiert im Hintergrund, ohne dass du ständig Luft nachschieben oder mit den Händen eingreifen musst. Das reduziert das Risiko für Maskensqueeze und lässt mehr von dem knappen Atemgas dort, wo du es wirklich brauchst. Gleichzeitig bleibt das Sichtfeld trocken und klar, die Linsen sind so geformt, dass Verzerrungen gering bleiben und das Licht sauber durchkommt. Für mich macht das einen Unterschied in Situationen, in denen Orientierung wichtig ist – an der Grundplatte, am Seil oder einfach beim Blick zum Buddy. Der Sitz ist eher unauffällig: eng genug, um dicht zu halten, aber so weich, dass ich auch nach längeren Sessions keine Druckstellen habe. Im Idealfall vergesse ich irgendwann, dass ich eine Brille trage – und genau so fühlt es sich mit ihr meistens an.


Besonders deutlich wurde mir das beim Streckentauchen. Typischer Trainingsabend im Hallenbad: Warm-up, ein paar lockere Bahnen, die Atmung kommt zur Ruhe. Die DEEP FREEQ™ sitzt wie eine schlichte Schwimmbrille, nichts drückt, nichts lenkt ab. Ich stoße mich vom Beckenrand ab, gleite ein, der Lärm an der Oberfläche wird dumpf. Die ersten Meter fühlen sich vertraut an, die Gleitphase trägt, der Beinschlag findet seinen Takt. Früher kam an diesem Punkt fast automatisch der Moment, in dem ich daran dachte, gleich wieder zur Nase zu greifen, die Maske kurz auszugleichen, irgendetwas zu kontrollieren. Kleine Unterbrechungen, die man hinnimmt, die aber jedes Mal ein Stück von dieser inneren Ruhe wegnehmen.
Mit der DEEP FREEQ ist dieser Impuls einfach verschwunden. Ich tauche weiter, der Kopf bleibt in neutraler Position, die Arme in der Streckung, die Schultern geben nach. Es gibt keinen Anlass, die Hände ins Gesicht zu nehmen. Stattdessen kann ich mich viel stärker auf das konzentrieren, was unter Wasser wirklich spannend ist: den ruhigen und klaren Kopf, den Nacken, der mit jedem Meter weicher wird, den Beinschlag, der sich nach und nach symmetrischer und effizienter anfühlt. An der Wende drehe ich mich, stoße mich ab, lasse mich gern noch einmal in die Stille fallen.
Wenn ich dann auftauche, merke ich nicht nur, dass die Strecke gut gelaufen ist, sondern vor allem, dass der Kopf unterwegs erstaunlich leer war. Weniger kleine Aufgaben, weniger Mikro-Checks, mehr durchgehende Erfahrung. Für mich persönlich ist das der eigentliche Wert dieser Brille: Sie nimmt mir nicht das Tauchen ab, sie nimmt mir das ständige Organisieren und lässt mehr Raum fürs Erleben.
Richtig spannend wird der Eindruck im Vergleich zu anderen Lösungen, etwa zu klassischen Fluid Goggles wie denen von Octopus. Das Prinzip der Fluid Goggle ist aus physikalischer Sicht sehr konsequent: Man füllt die Brille mit Wasser, das Luftvolumen vor den Augen verschwindet, und damit auch das Problem des Druckausgleichs. In der Theorie ist das großartig, in der Praxis ist es Geschmackssache. Dass das Wasser direkt an den Augen anliegt, kann sich im warmen Pool noch ganz okay anfühlen, in kälteren Umgebungen wird es schnell unangenehm. Kühle im Gesicht, Kälte an den Augenhöhlen und im Stirnbereich lösen bei vielen eine deutliche Stressreaktion aus. Ich habe es selbst erlebt, dass ich vor dem ersten Abtauchen mehr damit beschäftigt war, diesen Kältereiz zu tolerieren, als mit dem eigentlichen Tauchgang. Dazu kommt der kleine Aufwand davor und danach: befüllen, entleeren, fummeln.
Nichts Dramatisches, aber wieder ein Punkt mehr auf der Liste.
Die DEEP FREEQ geht einen anderen Weg. Sie versucht nicht, das Problem über Wasser im Sichtfeld zu lösen, sondern über einen selbst ausgleichenden Aufbau, der das Volumen reduziert, ohne es durch Wasser zu ersetzen. Das Sichtfeld bleibt trocken, die Augen bleiben warm, und der Druckausgleich läuft trotzdem mit. Im kalten See ist das für mich ein deutlich angenehmeres Setup. Ich muss nicht gegen den Kälteschock an den Augen arbeiten und kann mich von Anfang an auf Druckausgleich, Entspannung und Orientierung konzentrieren. Im Alltag heißt das: weniger Vorbereitung, weniger Gedöns am Beckenrand oder auf dem Steg und ein Setup, das sowohl im Pool als auch im Freiwasser funktioniert, ohne dass ich groß umdenken muss.
Im Tieftauchen am Seil macht sich das genauso bemerkbar. Dort ändert sich mit jedem Meter der Druck, die körperlichen Sensationen werden intensiver, und jede unnötige Bewegung wird sofort spürbar. Wenn ich in dieser Umgebung nicht gleichzeitig an einer Maske herumarbeiten muss, habe ich mehr Kapazität für die Dinge, die wirklich zählen: einen sauberen Duckdive, einen rhythmischen Druckausgleich, eine stabile Körperhaltung und das rechtzeitige Umkehren. Im Pool hingegen verhält sich die DEEP FREEQ wie eine zuverlässige Trainingsbrille, die nebenbei noch tiefentauglich ist. Ich brauche kein separates Setup für „Tiefe“ und „Strecke“, sondern kann mit einem System arbeiten, das beide Bereiche gut abdeckt.
Ob sich diese Brille lohnt, hängt stark davon ab, wie du Freediving für dich lebst. Wenn du eher gelegentlich schnorcheln gehst, wirst du mit einer einfachen Maske vermutlich völlig zufrieden sein. Wenn du aber gezielt tiefer gehen möchtest, dein Streckentauchen verbessern willst und vielleicht auch an hands-free Equalizing arbeitest, kann eine self-equalizing Goggle wie die DEEP FREEQ viel unnötige Reibung aus dem System nehmen. Sie ersetzt kein Training, keinen Buddy und kein Sicherheitsbewusstsein, aber sie reduziert einige der kleinen Störungen, die dich immer wieder aus dem Tauchgang holen.
Am Ende macht dich keine Brille der Welt automatisch zu einem besseren Freediver. Aber die passende Ausrüstung kann dir helfen, das, was du dir im Training erarbeitet hast, leichter ins Wasser zu bringen. Für mich ist die DEEP FREEQ genau so ein Teil geworden: ein ruhiger, verlässlicher Begleiter, der im Hintergrund seinen Job macht und mir vorne ein bisschen mehr Ruhe, Präsenz und Einfachheit lässt – in der Tiefe genauso wie beim Streckentauchen im ganz normalen Becken.